Tafel1:
Kulturerhalt – ein Programm des Auswärtigen Amtes
OFF1:
Menschen singen, essen, bauen Häuser, malen, beten – formen Zeichen ihrer Kultur. Diese zu erhalten und im Falle von Zerstörung durch Kriege oder Naturkatastrophen wiederaufzubauen, ist seit mehr als drei Jahrzehnten das Ziel des Kulturerhalt-Programms des Auswärtigen Amtes.
O-Ton1 Friederike Fless – Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts
„Wir würden nicht schreiben und rechnen, hätte nicht irgendjemand im Gebiet des heutigen Irak, im Zweistromland Schrift und Zahl entwickelt. Wir hätten auch ganz andere Lebensumstände, hätte man nicht in dieser Region zentrale Kulturtechniken wie Ackerbau und Viehzucht entwickelt - und diese Dinge zu verstehen, ist von ausgesprochener Bedeutung.“
OFF2:
Das Deutsche Archäologische Institut, kurz DAI, ist seit 1874 Partner des Auswärtigen Amtes. Das Besondere ist die internationale Ausrichtung seiner Forschung, der Dialog der Kulturen ist wesentlicher Bestandteil der Arbeit. Der unter anderem vom DAI geplante Wiederaufbau syrischer Kulturgüter ist ein Beispiel dafür, dass Kulturerhalt nicht nur eine praktische oder wissenschaftliche, sondern auch eine politische Herausforderung ist.
O-Ton2 Friederike Fless – Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts
„Wie nimmt man überhaupt ein Denkmal, ein Gebäude auf, wie kann man beurteilen, ob es statisch gefährdet ist usw. Und das geht dann weiter bis hin zu ganz konkreter Aus- und Weiterbildung von Flüchtlingen in den Anrainerstaaten, ihnen Jobs zu geben, dass sie eine Zeit lang Arbeit haben, sie auszubilden in Handwerken, die für den Wiederaufbau gedacht sind.“
OFF3:
Im Rahmen des Syrian Heritage Archive Project ist ein digitales Kulturgüterregister erstellt worden – ein wichtiger Anfang für den Erhalt unermesslich reicher Kulturbestände in diesem Land. Weltweit wurden seit 1981 Projekte in 144 Ländern gefördert, mit einer Summe von fast 70 Millionen Euro.
Das Geld fließt nicht nur in den Erhalt materieller Güter – ein Beispiel ist der Platz Djemaa el Fna in
Marrakesch:
O-Ton3 Thomas Ladenburger - Filmemacher
„Da ist 2001 zum ersten Mal von der UNESCO ein immaterielles Welt-Kulturerbe ins Leben gerufen
worden - aufgrund dieser Protagonisten, dieser Performer, die auf diesem Platz ihr Wissen
weitergeben.“
OFF4:
Seit hunderten von Jahren wird auf diesem Platz Wissen tradiert – von Geschichtenerzählern,
Sängern, Artisten und Zauberern – umringt von Menschen, auf Arabisch Al Halqa. Erlebbar für jeden
wird dieses immaterielle Erbe im Internet – im virtuellen Museum.
O-Ton4 Frank-Walter Steinmeier - Bundesaußenminister
"Kulturelles Erbe ermöglicht uns, uns selbst und einander besser zu begreifen. Und was genauso
wichtig ist, es zeigt, dass wir auf einem Boden stehen, den andere, ausdrücklich auch andere Kulturen
bereitet haben."
O-Ton5 Prof. Dr. Maria Böhmer – Staatsministerin im Auswärtigen Amt
„Es geht um die Stärkung der Identität von Menschen. Und es geht uns auch darum, dass wir nicht
unsere Haltung anderen überstülpen, sondern dass wir das mit den betreffenden Organisationen,
internationalen Organisationen wie der UNESCO, aber vor allen Dingen auch mit den Menschen vor
Ort machen, Fachleuten, der Bevölkerung, und wir zielen auch darauf, dass wir
Ausbildungskomponenten einbauen, dass es um Beschäftigung vor Ort geht, und natürlich auch um
die Verbesserung der Einkommenssituation - also an der Stelle merkt man, dass Kulturerhalt eine
reiche Vielfalt hat.“
Tafel2: Marokko, Nepal, Myanmar, Kambodscha, Syrien