In Deutschland boomt die Startup-Szene, besonders in Berlin. In der «Langen  

Nacht der Startups» stellen sich mehr als 100 Gründerfirmen samt Produkten 

vor. Geboren als vermeintlich fixe Idee sind einige Innovationen inzwischen  

international erfolgreich. Zum Beispiel «Familonet» – mit dieser App haben  

sich alle Familienmitglieder immer im Blick. 

Hauke Windmüller, Gründer und Geschäftsführer «Familonet»: 

«Das läuft so ab, dass man sich innerhalb der App mit seiner Familie  

registriert, dann kann man in der App Familienorte anlegen, wie zum Beispiel  

das Zuhause oder die Schule des Kindes, und wenn dann einzelne  

Familienmitglieder diese Orte betreten, erhalten die anderen Personen  

vollkommen automatisch eine Benachrichtigung darüber.» 

Startup heißt nicht immer gleich digital. Die Firma «Puzzles» setzt auf Möbel,  

die sich dank Magnetstiften ganz ohne Werkzeug aufbauen und flexibel  

gestalten lassen. Tue Gutes und werde dafür belohnt! - das ist das Motto der  

Firma «Changers». Mit einem Panel kann man eigene Solarenergie  

erzeugen, zum Beispiel um das Handy aufzuladen. Mit der passenden App  

werden außerdem Kilometer, die man mit dem Fahrrad oder öffentlichen  

Verkehrsmitteln fährt, gezählt. Für das umweltfreundliche Verhalten gibt es  

dann Bonuspunkte, sogenannte Recoins, die man für Produkte oder  

Dienstleistungen einlösen kann. 

Alexander Woitas, Head of Sales «Changers»: 

«Wir möchten, dass das quasi eine digitale Währung wird, diese Recoins, die  

man eben auch zum Bezahlen verwenden kann. Unser Traum ist, dass die  

Städte irgendwann sagen: Ihr könnt auch die Steuern damit bezahlen, so  

dass man dann mit dem Fahrrad fahren quasi Steuern bezahlen könnte.» 

Startups setzen zwar auf Kreativleistungen, aber es braucht weitere  

Grundbedingungen, die für einen Erfolg notwendig sind. Mit gezielten  

Förderprogrammen greift der Staat Gründern unter die Arme, und die  

Programme sollen ausgeweitet werden. Die staatliche KfW-Bank verzeichnete  

zuletzt ein Wachstum der Gründerszene in Deutschland von 12 Prozent. Auch  

große Unternehmen schauen vermehrt nach Berlin: 

Heinrich Arnold, Leiter Innovation and Laboratories «Telekom»: 

«Was wir beobachten ist, dass international erfolgreiche Firmen üblicherweise  

von Kalifornien oder von Israel aus starten. Beide Lokationen haben eins  

gemeinsam, dass sie ein funktionierendes Umfeld haben, wo Finanzierung,  

technische Expertise und auch Vision aufeinandertreffen. Berlin wird  

mittlerweile in einem Atemzug genannt.» 

Die «Lange Nacht der Startups» - eine gute Plattform zum Netzwerken und  

Austauschen für Gründer. Ob ökologisch wertvoll, unterhaltsam oder im Alltag  

nützlich: Mit einer innovativen Idee, der nötigen Expertise, Risikobereitschaft  

und Unterstützern können Startups klein anfangen und dennoch weltweit  

Erfolg haben.